2023 Alles muss anders werden

Allgemein

ARLES 2019

Athen

Avignon

Berlin

Corona - Folgen

Filmkritik

In the year 2021 on earth

Kultur und Tourismus

Le Havre

London 2023 Slough

Marseille

Palermo und die Manifesta

Riviera 2020

Schweden Stockholm

Sizilien und Palermo

Südwestfrankreich

Venedig 2017

Venedig Biennale 2019

Was unterscheidet Frankreich von Spanien und was trennt in Europa und in der ganzen Welt die Länder voneinander? Grenzen. Wenn man die Gegensätze oder auch Gemeinsamkeiten von Ländern, Staaten oder Königreichen verstehen will, muss man zunächst die Bedeutung von Grenzen unter die Lupe nehmen. Das Wort „Grenze“ und seine praktische Umsetzung kommt im realen Leben diesem Unterschied sehr nahe, auch wenn manche Grenzen vollkommen überflüssig und unsinnig oder nach kriegerischen Auseinandersetzungen ohne geografisches oder ethnisches Gespür gezogen wurden. Bei längerem Nachdenken machen Grenzen keinen Sinn, außer dass durch Grenzen immer Eigentum und Besitztümer geschützt werden und man diese vor anderen Interessierten verteidigen will.
Warum gilt eine willkürliche Linie über die Pyrenäen als Grenzverlauf, wo der Wanderer gar nicht in der Lage sein kann, wo er sich genau befindet und in den sehr hohen Bergen keinen Schimmer haben kann, wo die Grenze verläuft. Der Einwand, dass es ja geografische Karten gäbe, ist scgwachsinnig, weil keiner genau weiß, wo der wahre Grenzverlauf ist. Er sieht auf seiner Landkarte eine rot markierte Strichellinie, aber wenn er am Aubisque oder am Portalet hochklettert, kann es sein, dass ein Schritt in Spanien ist, während der nächste Schritt schon wieder auf französischem Boden landet. Wenn ich bei Höfen über die ursprünglich deutsch-belgische Grenze spaziere, sehe ich es vielleicht an einem Grenzstein, wo ich bin. Diesen Grenzstein hat irgendjemand vor hundert oder mehr Jahren nach gesetzlichen Vorgaben und gewissen Machansprüchen gesetzt, um die Region um Eupen oder noch größer Belgien sichtbar von deutschem Boden zu unterscheiden. Laufe ich durch den Grenzwald, um schöne Steinpilze zu sammeln, gibt es keinen Anhaltspunkt, wo ich mich gerade befinde. Bäume und Sträucher, Blumen und Kräuter sind weder belgisch, noch deutsch, sondern Natur mit Pflanzen, Bäumen, Sträuchern und allem, was auf einem kleinen Stück Erde aus dem Boden emporkommt und alles, was ich dann sehe, hat keinerlei Nationalität. Der Boden, aus dem sie emporwuchsen, ist per se keine Nationalität sondern allerhöchstens Besitz, weil es irgendwann einmal Eigentum eines Belgiers oder Deutschen geworden war. Und selbst das ist ein einem Grenzwald völlig unsicher, weil es keine Gemarkung gibt, die eine genaue Verortung angibt. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich der Mensch eine Regelung ausgedacht hat und wiederum willkürlich festlegt, was ihm oder seinem Herrn oder dem Staat gehört. All das hat nichts mit der Wirklichkeit unseres Erdplaneten zu tun.
Wie enstehen Grenzen oder wie sind die aktuell bestehenden offenen oder geschlossenen Grenzen entstanden? Unter welchen Voraussetzungen beschlossen beispielsweise die Allierten eine Neuordnung der europäischen Länder in den Nachkriegsverhandlungen, um die völlig beliebigen Grenzziehungen der deutschen Unterwerfungspolitik auf europäischem Boden wieder ins Lot zu setzen.Wer war beteiligt oder geschah vieles wiederum nur willkürlich? Schon 1949 schlossen sich die USA und Kanada mit zehn weiteren europäischen Staaten zur NATO zusammen und gleichzeitig wurde aus dem Beschluss der zehn europäischen Staaten Europa geografisch, national oder pi mal Daumen aus der Taufe gehoben. Kurz nach dem Krieg 1951 entstand die Montanunion und am 1. Januar 1958 wurde in den Römischen Verträgen der Grundstein für die EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) gelegt, der nach einem gemeinsamen Beschluss Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Italien und der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland angehörten. Und was soll dieser Exkurs und worauf will der Verfasser hinaus? Grenzen haben für Deutschland, wie es die meisten lebenden Menschen kennen, seit der Reichsgründung 1871 immer eine existentielle Bedeutung gehabt. Zunächst aber eine wichtige Frage: Wie sieht Ursula von der Leyen aus, wenn sie aus der Dusche kommt und sich die Haare gewaschen hat und lässt sich Fritze Merz vorne auf der Stirn bewusst einen Irokesenbüschel wachsen, um bei den jungen Wählern besser anzukommen?

Also. Bis 1918 sah das Deutsche Reich so aus, wie es sich der knorzige Bismarck mit den ihm zugeteilten Kaisern zusammengerafft hatte. Diese Großmachtallüren waren 1918 schlagartig vorbei, auch weil sich die Deutschen nach 1871 Elsass-Lothringen gekrallt hatten und auch Ostbelgien und Ostpreussen ebenso einheimsten. Da waren noch die Kolonien, die ihnen als Kriegsverlier auch wieder genommen wurden. Dort hatten sie sich mit dem Völkermord beschmuddelt und bei den Menschen in Afrika nur Feinde gemacht. Das war 1918. Mit der Fahnenflucht des Kaiser Wilhelms nach Holland und mit der Regierungsübernahme durch die Sozis war das Getue um die Herrlichkeit des deutschen Reiches erstmal vorbei und nachdem die Entente in Versailles oder Compiegne den deutschen Fritzen den Hintern versohlten, kam es für uns Deutsche so richtig dicke. Die Franzosen holten sich Elsass-Lothringen zurück und nahmen gleich das Saarland mit. Außerdem besetzten sie das Rheinland und das Ruhrgebiet. Luxemburg durfte sich wieder Großherzogtum nennen und das Hultschiner Ländchen (wo ist das) bekam die neu gegründete Tschechoslowakei, in der im Übrigen fast 30 Prozent Deutschsprachige  und -stämmige entlang der Grenzgebiete lebten. Danzig kriegten die Polen und Eupen – Malmedy, also das deutschsprachige Belgien ging an die belgische Krone zurück. Ich finde es schade, dass sie vergaßen, Bayern mit den Österreichern zu vermählen, was nicht nur Sissi und ihre Kinder und Kindeskinder sehr gefreut haben würde, sondern einen verluderten, sich selbst Künstler nennenden Herumtreiber, der in Wien damals noch in einem Obdachlosenasyl lebte.
Da die Österreicher nach dem Attentat von Sarajewo die deutschen Kriegstreiber mit ins Boot nahmen, wurde ihnen nach dem Ende des 1. Weltkrieges ratz-fatz Südtirol abgenommen und den Italienern geschenkt, die sich bis heute diebisch darüber freuen, rechtzeitig im Laufe des Krieges auf die richtige Seite gewechselt hatten. Als 1933 der Österreicher Adolf Hitler zum Reichskanzler gewählt wurde, demokratisch wie es heißt, holte sich der ehemalige Postkartenmaler und Meldegänger nach und nach alles zurück, was die ehrlosen Vaterlandsverräter und Dolchstößer der bürgerlichen Parteien an den Feind verschleudert hatten. Als alles wieder deutsch genannt werden konnte, dachte er bei sich, auch die anderen angrenzenden Länder mit Gewalt ins Reich zu holen. Was Deutsch war, muss Deutsch bleiben und wurde von Hitler und seiner Entourage bestimmt. Freiwillig oder mit Gewalt. Sein Heimatland am Donaustrand war zuerst dran, das war eine Freude auf dem Heldenplatz, als seine Heimkehr-Brülladen über das rote Wien geschleudert wurden. Dann holte er sich blitzschnell die Sudeten (Tschechoslowakei), indem er Chamberlain und Daladier mit deren Apeasement oder Stillhalteabkommen vom Scheitel bis zur Sohle gründlich verarschte. Gleich danach war die Tschechoslowakei dran und sein Auge schweifte über Europa und sagte ihm, Adolf, da ist noch mehr zu holen. Flugs ging es nach Polen, Dänemark, Norwegen, Belgien, Holland und Frankreich. In nicht einmal 2 Jahren demütigte er seine Nachbarn und geriet mehr und mehr in einen Größenwahn, der in der Geschichte seinesgleichen sucht. Das Baltikum mit Estland, Lettland und Litauen hob er für später auf. Diese für ihn marginalen Ländchen wurden später einkassiert, als es während des Russlandfeldzuges strategisch unumgänglich war. Italien konnte er sich nicht unter den Nagel reißen, weil dort sein Vorbild in der Faschisterei der Duce Benito Mussolini herrschte und vorzugsweise aus Italienern die Spaghettis  mit allerlei Cruditäten anrührte. Die Schweiz ließ er tunlichst in Ruhe, denn irgendwo muss man ja eine vertrauenswürdige und verschwiegene Bank haben, die das Geld, Gold und andere Wertsachen aller Despoten, Mafiabosse und anderer Krimineller dieser Welt auf höchst angenehme und profitable Art verwaltete.
In Spanien putschte sich der feingliedrig kleine, aber dicke Generalissimo Franco mit einem blutigen Bürgerkrieg ins Portfolio der iberischen Macht und Portugal konnte getrost so bleiben, wie es war, weil es schon an einen anderen Faschisten vergeben war. Blieben noch England, Island, Schweden, Finnland und die neue Sowjetunion, die mal Russland hieß und schon vor 1918 von der Zarenbande und seinen blaublütigen Nichtsnutzen zugrunde gerichtet worden war. Finnland ließen die neuen Herrscher zunächst in Ruhe, weil der Nachfolger des Gründers Lenin schon 1923 eines natürlichen Todes verstarb, der aber von Josef Dschugaschwili, einem georgischen Gewaltmenschen, oder kürzer und prägnanter der rote Zar Josef Stalin, ein Auge auf Polen und deren direkten Nachbarn im Westen wie im Osten geworfen hatte. Mit dem ehemaligen Bombenwerfer Stalin hatte Adolf kurz vor seinen Kriegsgelüsten sehr schlau, um Verwirrung zu stiften, aber eigentliche perfide noch einen Nichtangriffspakt geschlossen.
Schweden blieb neutral oder vakant unangetastet. Warum genau, weiß ich auch nicht, das müsst ihr selbst herausfinden. Einen kleinen Hinweis gebe ich aber: Krupp und die Junkers- Werke hielten sehr große Aktienpakete an schwedischen Firmen und so konnte man die Schweden erst einmal in Ruhe lassen. Außerdem wurde die deutsche Rüstungsindustrie von Kiruna in Nordschweden über eine Zugverbindung nach Norwegen mit deren aus dem Boden geholten Eisen bzw. Stahl versorgt. Ein sehr umstrittener Deal, aber was sollten die Westalliierten machen, die Hände waren ihnen gebunden. Vielleicht kalkulierten einige von Hitlers Spießgesellen ein, dass es sich irgendwann einmal auszahlen könnte, die Schweden besser in Ruhe gelassen zu haben. Am Smörebröd, Ikea, Pipi Langstrumpf oder Björn Borg kann es nicht gelegen haben. Trotzdem hat es mich sehr lange gewundert, warum der gierige Adolf, in seiner Rohstoffarmut gefangen, Kiruna und Schweden in Ruhe gelassen hat.
Um es vollständig zu machen, erwähne ich die Balkanländer unterhalb der tschechischen Grenze. Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzogewina, Montenegro, Mazedonien und Griechenland. Die besten Filetstücke kamen bei seinem blutigen Ritt durch Europa auf den Teller. Die Reste überließ er Mussolini, der schließlich sein Buddy oder Kumpane war, aber keine Ahnung davon hatte, wie man Krieg führt und was man mit Diebesgut alles machen kann. Diese neue europäische Gemengelage dauerte 12 Jahre, wobei mindestens fünf Jahre bei den europäischen Nachbarn für Klauen, Foltern, Morden und Kaputtmachen draufgingen. Dann zog er eine dicke Zündschnur um den Kontinent, den er zuschanden gemacht hatte, mit lang andauernden Knall und Millionen Toten mitten in Berlin in die Luft fliegen zu lassen. Hitler machte das, was er am besten konnte und entledigte sich mittels Pistolenkugel seiner selbst. Die meisten Nazibonzen hatten die Hosen voll und meinten immer noch, das sie völlig unschuldig seien und nur Befehlen gehorcht hätten und zusätzlich einem großen Mißverständnis aufgesessen seien. Einige versuchten sich aus dem Staub zu machen, andere wurden geschnappt und eingekerkert. Die Verschwundenen setzten sich nach Paraguay, Bolivien oder Argentinien ab, trieben dort ihr Unwesen oder lösten sich in Luft auf. Wenige wurden verurteilt, aber so, dass jeder Rechtsgläubige meinen konnte, es seien sehr viele gewesen. Deutschland konnte wieder von vorn anfangen, was sich diesmal als äußerst kompliziert erwies. Stunde Null, wenn ihr wisst, wovon ich spreche, also als das Tausendjährige Reich quasi im Arsch war.. Alles im kaputt und Deutschland in Trümmern und keine Aussicht auf irgendeine Zukunft. Aber Zukunft gibt es auch dann, wenn man glaubt, dass nicht mehr geht und alles vernichtet ist. Die Menschen in Deutschland saßen entweder wohnungslos auf der Straße, irrten heimatlos durch die Gegend oder waren durch Gesinnungsverlust vollständig meschugge.
Neue Grenzen mussten her und diesmal sorgten die Alliierten aus West und Ost für klare Verhältnisse. Alles, was sich deutscher Boden nannte, wurde wie ein zermatschter Kuchen in vier Teile zerschnitten. Im Westen stiegen die Amerikaner, die Briten und die Franzosen als Nachlassverwalter oder Besatzer ein und im Osten machten sich Josef Stalin mit seiner Roten Armee breit. Berlin wurde eine Insel und ebenfalls viergeteilt. Die drei Westalliierten dirigierten den Westen und der rote Furor aus Moskau und Umgebung nahm sich den Osten, ohne Fragen zu zulassen, weder von den westdeutschen Menschen, noch von den Ostdeutschen, die schon damals kaum irgendeine Bemerkung von sich geben durften. Und mitten durch Deutschland wurde eine breite Schneise als Grenze gezogen, die von Nord nach Süd, von Lübeck bis Coburg verlief.

Da ist sie wieder. Soweit die von der Zeit, Dummheit und Zufall ausgelatschte Geschichte des europäischen Kontinents, aber immer noch ist die Frage nicht beantwortet, wie Grenzen entstehen. Setzen sich irgendwelche Geografen und Politiker an einen Tisch und ziehen Striche wie Sykes und Picot im Nahen Osten ziehen. Wie sie es nach dem Ersten Weltkrieg gemacht hatten, oder gibt es inzwischen nachvollziehbare Hinweise, wie ein Land von einem anderen abgegrenzt werden kann. Und schon wieder betreten wir das Feld der Geografie und verlassen das Chaos in den Köpfen der Politiker. Ein Indiz ist die gesamte Geschichte und wie es von den Häuptlingen über die Stammesältesten bis zu den Raubrittern vollzogen wurde. Ein Streit wird angezettelt, es eskaliert, Krieger oder Soldaten hauen aufeinander drauf, dass es nur so spritzt, und der Verlierer muss sein Land an den Gewinner abtreten, der die Art und Weise seines Regierens aber ohne Rücksicht auf Verluste meistens selbst in die Hand nimmt.
Caesar und früher Alexander und Darius, die Perser oder die Goten, die Wikinger, die Normannen oder Hunnen, Napoleon oder Iwan der Schreckliche haben es getan und immer ging es um das Eine: Größer und mächtiger zu werden als die anderen und möglichst viel zu stehlen oder einfach als Eigentum erklären, um den eigenen Reichtum noch zu vergrößern. Viele Länder, die wir heute bereisen und die architektonische Vielfalt bewundern, zeigen in Burgen, Schlössern und anderen Prachtbauten, dass die ganze Pracht aus geklautem Material entstanden ist.
Die Indianer Nordamerikas waren von ihrem Naturell friedliche Menschen und lebten in freier Natur, ohne sich Sorgen machen zu müssen, solange genügend Büffel in der Steppe herumliefen, sie in schön warmen Tipis wohnten und genügend zu essen hatten. Bis der weiße Mann, also unsere Spezies aus Europa vor ein paar hundert Jahren über den Atlantik schiffte und das Land, wo die Indianer lebten, die heutzutage zu Recht wieder Indigene oder Ureinwohner genannt werden, kurzerhand vollständig enteignet oder ermordet wurden. Schon als Kolumbus landete, nahm er sich alles, was gut und wertvoll sein konnte und brachte alles unter seine Kontrolle. Der Begriff Indianer hat überhaupt nichts mit den Stämmen im Westen oder Osten des großen Kontinentes Amerika zu tun und wurde mit den Indern verwechselt, die im eigentlichen Sinne das Ziel ihrer Entdeckungs-Eroberungs-Unternehmungen war. Die Inder wohnen aber ganz woanders und sind auch nur arme Schweine, die von ihren Herrschern unterdrückt und ausgebeutet wurden. Als die Briten, die im 18. und 19. Jahrhundert ein riesiges, weltumspannender Reich Land für Land in ihren Besitz brachten, gründeten sie das, worauf sie heute noch stolz sind, das Commonwealth, das ihnen heute aber nicht mehr gehört. Die Indigenen in Nordamerika unterhielten sich in einer eigenen Sprache, die nichts mit unserem Kauderwelsch aus römisch, griechisch, keltisch oder schwäbisch zu tun hatte.

Während bei uns schon im 19. Jahrhundert Bücher wie „Der Lederstrumpf“ oder „Winnetou“ kursierten , in denen die Indigenen auch fälschlicherweise als Rothäute bezeichnet wurden, sah es zwischen Arizona, Colorado, Montana und in den Apalachen ganz anders aus. Es geht aber gar nicht darum, die Menschen dort Indianer oder Rothäute zu nennen, weil das blanker Rassismus ist und wir ja auch nicht Eurotiker oder Weißärsche genannt werden wollen. Die Indies wurden als edel, mutig, aufrichtig und ehrlich beschrieben und waren so etwas, wie sich der verkommene Dekandenzling aus London oder Paris den Urmenschen vorstellte. Sozusagen den „Edlen Wilden“. Die Indigenen lebten in den Wäldern, in den Steppen und sogar am Rande der Wüste. Ihre Stämme nannten sich Sioux, Apachen, Utahs, Irokesen oder Cherokees und ihre Namen hießen übersetzt ungefähr so: Weißer Büffel mit hinkendem Bein, fliehendes Pferd, das sich nicht fürchtet, kreisender Adler über der Prärie, der mit dem Wolf tanzt oder krumme Nase, die gut schnüffelt. Solange sie in Ruhe gelassen wurden, blieben sie friedlich und besaßen ein sehr hohes Ethos im Umgang mit anderen Menschen und der Natur, obwohl sie nichts von der Aufklärung und anderen hochgeistigen Entwicklungen mitbekommen hatten. Wer heute Aufzeichnungen der Reden einiger Häuptlinge liest. wird eine tief und würdige Philosophie des Lebens und der gesamten Natur finden.
Aber die weißen Menschen, die vorher jenseits des Ozeans bei uns um die Ecke gewohnt hatten, schielten mit Mißtrauen und Habgier auf die einfachen Indigenen, deren Land offensichtlich sehr fruchtbar oder wertvoll war und wo die Indigenen unter der Erde beachtliche Bodenschätze wie Gold, Edelsteine oder auch die Kartoffeln gefunden hatten.
Das hinterlistige Verhalten der Eindringlinge gefiel keinem von den Indigenen, vor allem, weil genügend Land vorhanden war und die Weißen, also unsere Vorfahren, überall in Nordamerika reichlich Land hätten finden können, wo sie selbst in der Erde wühlen oder Büffel erschrecken konnten. Aber nein, sie wollten das ganze Land, wo die Indigenen wohnten, die sie immer noch stur und verächtlich Indianer oder Redskins nannten. Dabei gab es zu der Zeit im ganzen Land überhaupt keine Grenzen und keinen Besitz, weil die Indigenen so etwas nicht brauchten und auch aus metaphysischen und aus Achtung vor der Natur, in der Mensch, Tier und Natur enthalten waren, aus realphilosophischen Gründen strikt ablehnten. Sie wollten frei umherziehen, miteinander scherzen, untereinander Liebe machen und mit ihren Kindern spielen. Das riesige Amerika wurde aber von immer mehr Weißen aus Europa heimgesucht, die es von ihrer alten Heimat gewohnt waren, Grenzen zu ziehen, weil Grenzen nichts anderes sind, als Abgrenzung unterschiedlicher Besitztümer. Zunächst wird eine Hecke um die eigene Hütte gepflanzt, dann ein Zaun oder eine Mauer um ein Hüttendorf und schließlich um eine Hüttendorfgegend, die sie dann in ihrem Bedeutungssinn Siedlung oder Stadt nannten. In dieser von ihnen requirierten Region wollten sie die alleinigen Besitzer sein. Wegen ihres christlichen Glaubens zeugten sie viele Kinder und ihr Lebensraum wurde ihnen zu eng, worauf sie sich immer weiter ausdehnen mussten. So kamen sie in Konflikte mit ihren Nachbarn, die auch viele Kinder zeugten und auch viel Raum für sich beanspruchten. Was gehört nun wem und wer hat am meisten für das be- und anbaubare Land getan, wer war faul oder wurde so bezeichnet und wer wurde als fleißig geehrt und umgarnt. Konflikte über Konflikte und da blieb es nicht aus, dass sich Gewalt und Machtgelüste breit machten. Schließlich, einer wird angefangen haben, zogen sie um das Gebiet, wo sie wohnten, eine Grenze, verhandelten miteinander, friedlich oder mit Schwert und Lanze und als das wenig brachte, dachten sie sich gemeinsam Regeln und Gesetze aus, wie sie es von früher aus der feudalen Unterdrückung gewohnt waren und beschlossen je nach bestimmten Kriterien, die festgesetzt wurden, die ihnen zustehenden Bodenflächen mit Grenzen einzuhegen. Als das geschafft war, blieben sie bei den Grenzziehungen und Umrandungen und das ist bis heute noch so. Allerdings machte sich die Angewohnheit breit, dass die Stärkeren, die mit Muskeln und Waffen besser Ausgestatteten schwächere immer übervorteilen oder sie mit der Zeit ganz ihres hab und Gutes zu bemächtigen. Ein weiterer Grund, warum es gleich zu Differenzen mit allen anderen kam, war ihre eigentümliche christliche Religion und ihr Gott, der eigentlich zu dritt war und der ihnen angeblich mit auf den Weg gegeben hatte, alle Menschen, derer sie habhaft werden konnten, zu bekehren und dessen 10 Gebote in deren Hirn zu pflanzen. Besitz und Eigentum ist bis heute der Anfang aller Auseinandersetzungen zwischen den Menschen. Da lobe ich mir die Nomaden, die durch die Wüste ziehen oder Mongolen, die je nach Klima ihre Lebensräume woanders aufschlagen. Die Indigenen im Amerika glaubten aber fest an Manitou, der eigentlich kein Gott oder höheres Wesen war, sondern sich überall aufhielt, auch dort, wo ihn keiner vermutete. In den Menschen, im Wasser, im Feuer, in der Luft, in den Bäumen, in den Büffeln, in der Erde, in den Wolken oder auch in allen anderen Menschen.
Schließlich wählten die Menschen in Amerika (außer den Indigenen) einen Anführer, der später Bürgermeister und noch später Präsident genannt wurde. Zusätzlich bestimmte die Gemeinschaft jede Menge Stellvertreter, Obmänner, Unterführer und schließlich eine Polizei, die für alle und je nachdem gegen einige waren, die nicht wollten, was allgemein vereinbart war. Sie passten auf, dass alles seine Ordnung und Rechtmäßigkeit hatte und sollten für alle gleichermaßen neutral und gerecht sein. Die Grenze markierten sie mit Holzpfählen, Steinen, Zäunen oder Stacheldraht und zeichneten Karten auf Papier, wo der zweifelnde Betrachter genau sehen konnte, wo die Grenzen genau verliefen. Sie glaubten an ihre Maßnahmen, auch wenn es meistens mit der Wirklichkeit in den vielen Konflikten wenig zu tun hatte.
Die Büffel in der Prärie kannten folglich wie alle anderen Geschöpfe auch keine Grenzen, wie die Bären, die Hyänen oder Kaninchen und sogar alle Schmetterlinge und wilde Bienen und sahen nicht ein, vor irgendeiner Grenze stehenzubleiben und umzukehren.
Das mochten die weißen Menschen gar nicht und da sie schon seit einiger Zeit Schießgewehre besaßen, legten sie die Tiere, die ohne Besitzer oder niedlicher Herrchen herumliefen, einfach um. Peng und schon wieder gab es fetten Braten und ein Problem schien gelöst zu sein. Aber wehe, wenn der Büffel einem anderen gehörte und sich nur auf das andere Besitztum verirrt hatte. Da muss man sich ältere Wild-West anschauen, die zeigen, wie sich mit Pulver und Blei  ganze Besitztumsfamilien ausgerottet haben. So entstanden die ersten Streitereien zwischen den autochthonen (direkter sprachlicher Duktus) Ureinwohnern und den allochthonen (fremdartiger Duktus) Siedlern aus Europa, wie man sich angesichts der Vorkommnisse denken kann. Während die einen mit ihren Gewehren herumballerten, konnten sich die Indigenen anfangs nur mit Pfeil und Bogen, Speeren und Tomahawkbeilen verteidigen. Die indigenen Ureinwohner waren den Siedlern mit deren todbringenden Knallstöcken hoffnungslos unterlegen und mit der Zeit, es dauerte viele Jahre und kostete viele Leben, sperrte der Oberhäuptling der Siedler, den sie Präsident nannten und seine ihm anvertrauten Untertanen, die sich von nun an amerikanische Bürger nannten, die Indigenen in sogenannte Reservate, in denen sie angeblich tun und lassen konnten, was sie wollten, was aber gar nicht stimmte. Das neu dazugewonnene Land der ehemaligen siedelnden Indigenen teilten die Amerikaner unter sich auf und wer am schnellsten zupackte und die anderen übertölpelte, beherrschte mit Tricks, Lügen und Gewalt die anderen und ein paar wurden reich und reicher, weil sie die Erde und die Natur ausbeuteten und Gegenstände erzeugen ließen, die sie den anderen als lebensnotwendig einredeten und verkauften. Zunächst waren das nur Schießprügel, Revolver, Gießkannen, Töpfe und Pfannen, dann kamen Sägen. Hämmer, Nähmaschinen, Autos und Fernseher hinzu. Wer beispielsweise Gold gefunden hatte oder finden ließ, zog einen hohen und schwer überwindbaren Zaun um das Stück Land, wo das Gold lag, und nannte die Absperrung Grenze.
So verfuhren auch die Fürsten Barone, Herzöge und Könige zu feudalen Zeiten in der alten Heimat Europa. Sie hatten meistens viel zu wenig Geld für Zaunmaterial, deshalb mussten Bewaffnete immerzu patroullieren und die Bevölkerung wurde gezwungen, sofort alles zu melden, was ihnen verdächtig erschien. Wo sie wohnten, zogen sie wehrhafte Mauern hoch, damit die Feinde aus den Nachbarländern sich schon beim Anblick der herankommenden Habenwollenden in die Hosen machten.
Carcassonne ist ein gutes Beispiel oder Avignon. Man braucht aber nicht lange zu suchen, denn in der rheinischen Nachbarschaft gibt es überall Burgen, Wassergräben oder Befestigungsanlagen. Ein Meisterarchitekt  im Bau von Befestigungsanlagen war ein gewisser Monsieur Vauban, der den imposanten Namen Sébastien Le Prestre de Vauban trug. Neubreisach hinter der Rheingrenze bei Freiburg ist ein Beispiel oder Belfort an der burgundischen Pforte südlich von Mulhouse. Was Vauban bauen ließ, er selbst kritzelte nur Entwürfe und überwachte die Arbeiten, kann sich sehen lassen, denn er baute sternförmige Befestigungen mit Wassergräben ringsherum und allein der Anblick brachte jeden, der an Eroberung interessiert war, schnell ins Grübeln.  Die diese ausgefuchst wehrhaften Mauerwerke kann man heute überall in Frankreich sehen und bei einer Besichtigung wird jedem, der darüber nachdenkt klar, wie wichtig Besitzende ihr Eigentum schützen und auf keinen Fall hergeben wollen.
Die Römer konnten die Gallier laut Asterix nur mit psychedelischen Getränken oder viel Wildschweinkost besiegen, bauten Palisaden aus Holzbrettern, die aber letztendlich auch nicht halfen, einen schlauen und gut gerüsteten Gegner aufzuhalten. Und die Chinesische Mauer versagte schon sehr früh nach ihrer Fertigstellung, als sie von den Mongolen überrannt wurde.
Die sicherste und abschreckendste Grenze verlief zwischen den beiden deutschen Staaten, weil Honecker schon wusste, wie er seine Akademiker und Facharbeiter im Land festhalten wollte. Stacheldraht, Todestreifen mit Minen und ein breiter gerodeter Streifen, der Tag und Nacht von Volkspolizisten bewacht wurde. Einigen gelang aber trotzdem die Flucht und am schlausten waren die Tunnelbauer, weil sie ganz einfach unter der Erde von Ost nach West krochen und andere gnädigerweise auch kriechen ließen. Trump dachte, dass er das auch hinkriegen würde, aber leider wurde er nicht rechtzeitig fertig und Orban versucht sich jetzt an Ungarns Grenze, weil er keine Indigenen aus Syrien, Irak und Afghanistan in seinem Land mag und als waschechter und ausgebildeter Rassist seinem Ruf gerecht werden muss.
Dass Grenzen nichts taugen, beweist unsere EU. Als es noch Schlagbäume, Zäune, Panzersperren, dauernde Kontrollen und Patrouillen gab, wurde genauso viel Geld verschoben wie heute und es gelangte genauso viel Rauschgift in die EU Länder als vorher, wenn nicht noch mehr, weil die kriminellen Pusher, Dealer und Schleuser dem Staat und seinen Exekutivorganen in der vorausschauenden Planung immer einen Schritt voraus waren. Man sieht, dass der Kriminelle, wenn er sich seiner Intelligenz bedient und alle Eventualitäten rein hypothetisch einbezieht, jedem James Bond, Maigret, Derrick oder Szymanski meilenweit überlegen ist.
Wenn ich aber von Hessen nach Bayern fahre oder von Bayern nach Sachsen, merke ich sofort, dass die Sprache einer der wichtigsten Grenzformationen ist, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind, weil man sofort unterscheiden kann, wo gebayert wird gibt es Bier und Würste und wo geschwäbelt wird Spätzle und Linsen. Und so ist die Grenze zwischen Frankreich und Spanien eigentlich nur noch eine Sprachgrenze, die durch eine total verwirrende Entwicklung im Feudalismus und deren Scharmützeln über Jahrhunderte entstanden ist. Bis es soweit war, dass in Spanien die meisten Spanisch sprachen und in Frankreich über 90 Prozent des Französischen mächtig waren, mussten die Menschen überzeugt, bestochen, ausgegrenzt oder martialisch gezwungen wurden. Die Basken haben sich erfolgreich gewehrt, konnten aber auch nicht verhindern, dass der kleine Franco sich als Caudillo durchsetzte und lautstark mit seinem kleinen Stimmen befahl, dass in den Schulen nur noch spanisch gesprochen wurde. Das haben die Basken über 60 Jahre geschickt unterwandert und letztlich auch verhindert. Innerhalb jeder Sprache gibt es immer noch tonale und melodiöse Unterschiede, auch wenn die Landessprache in korrekter Aussprache staatlich vorgeschrieben wird, kann es sein, dass der in Paris ansässige BoBo an der Grenze nach Spanien in Ceret kein Wort versteht, wenn sich die Menschen untereinander unterhalten. Es sind die Dialekte, die den Unterschied machen, so wie in Köln ein anderer Zungenschlag vorherrscht und gesprochen wird als in Aachen, sind die Unterschiede bei genauem Zuhören für den Kenner zu identifizieren, auch wenn es für den Laien oder alle Ausländer gleich klingen mag, nämlich Deutsch nur etwas schwieriger. Et kütt wie et kütt klingt wesentlich rasanter als eet küett wie eet küeett. Bei beiden Sätzen versteht Shinzo aus Japan, der sogar einen Deutschkurs absolviert hat, nur Kuhhandel ist auch mit Kühen handeln.

Meine Großmutter stammt aus dem Sudetenland und wurde als halbe Tschechin geboren und hieß Antonia Woyticek. Sie heiratete einen Deutschen und beide waren Untertanen des österreichisch-ungarischen Kaisers Franz-Josef. Dann vermasselte, wie schon erwähnt, der schräge Kaiser Wilhelm II mit seinen noch schrägeren und strategisch unterkomplex handelnden Generälen Ludendorff und Hindenburg den Krieg mit Frankreich. Obwohl die Franzosen auf der anderen Seite genauso blöd und vernagelt waren wie wir, aber von vielen der alliierten Unterhändler besser bewertet wurden, als es schließlich bei Kriegsende nicht ganz klar war, wer nun Sieger und wer Unterlegener war. Die Deutschen waren Schuld und überhaupt mussten sich die Franzosen wegen der Niederlage bei Verdun und Sedan so richtig revanchieren. Der schräge Willi verpisste sich nach Holland, wie man weiß, und das Deutsche Reich war erstmal futsch und wurde von den Sozen übernommen, die es leider in ewigen Streitereien um ideologische Fragen so richtig in den Sand setzten, der außerdem diesmal stachelig war. Das Sudetenland wurde tschechisch und meine Großmutter und ihr Mann auch. Dann kam Hitler und sie wurden wieder deutsch, bis auch die Hitlerei mit großem Knall auseinanderplatzte und das Deutsche Reich für immer Vergangenheit war. Was übrig blieb, wurde in vier Zonen aufgeteilt, bis die Befehlshaber der Alliierten der Meinung waren, dass die Deutschen wieder vernünftig waren und einen neuen Staat gründen konnten. Die einen wurden Bundesrepublikaner und die anderen im Osten Tättertäs oder ostdeutsche Deutsche oder Bonis forever. Die Grenzen gibt es immer noch und jetzt, wo der KGB-Oberst Putin meint, dass Russland wieder so aussehen soll, wie vor 1914, wird es mit der Grenzerei noch schwieriger und im Balkan wissen viele immer noch nicht, wo die Grenzen tatsächlich verlaufen oder ob es wirklich Grenzen gibt, die man ernst nehmen kann. Die Chinesen sind unberechenbar, weil sie so viele sind und so billig arbeiten lassen, dass sie vielleicht in Zukunft durch Bodenspekulation auf einmal Deutschland oder Italien oder Griechenland besitzen, was nur durch Geld und Verträge zustande kommen wird, ohne dass wir es bemerkt haben. Die Chinesen gute Händler und würden nur unter heimtückischen Betonköpfen bis nach Berlin marschieren. So gute Schuhe produzieren sie auch nicht. Also dann.

Redigiert am 6. September 2026 in Köln @ Wolgang Neisser