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DENKEN GEFÄHRDET DIE GEWOHNHEIT



Der Spaziergang unter römischer Sonne und am Ende unter Schirmsypressen im Garten der Borghese.
Diese unbeschiedene Villa, so fragend befremdlich von aussen, so vollgeladen im Inneren, dennoch, die Atemlosigkeit der Eindrücke fliesst digital in unsere Ohrmuschel. Meist durch die rechte, erstaunlich!
Eva, direkt im Ohr, Apoll und Daphne vor Augen, Bernini im Kopf, Triumvirat der Kunst?
Reiches, vergangenes Rom.
In memoriam Anita Eckberg und Dolce Vita, der Nachmittag am Fontana di Trevi, zwischen unzählbaren Massen von Münzwerfern, zwei Hochzeiten.
Dem Tode durch Drängelei am Brunnen konnten wir entrinnen - ... passen Sie bitte auf Ihre Rucksäcke und Handtaschen auf... – fanden uns in den wuseligen Seitenstrassen nahe der Piazza Navonna wieder. Rom feiert das Wochenende. Auf, um und an seinem liebsten Platz du wir waren mittendrin.
Rom ist Leben.
Sonntags, durch diesen unscheinbaren kleinen Eingang – in einer unscheinbaren kleinen Fassade – in diese riesengroße Kirche, mitten in die Messe, Santa Maria Maggiore. Eva musste flüstern, konnte nicht so, wie sie wollte.
Und das alles, noch bevor man schließlich vier Gruppenmitglieder schamlos bei der Abreise übersah und hilflos auf der Station Termini zurückließ.
Von dort, wo im Programm der Eva Colonia stand, dass es schließlich endlich, mit dem Zuge zum Flughafen gehe.
Egal, Zug, Taxi oder Metro. Ich wäre auch zu Fuß gegangen – nicht um endlich wegzukommen, eher wegen der Option, noch einmal wiederkommen zu können. Natürlich mit Eva.
(Joachim Milbradt)