Gewaltmarsch durch Brocks Theoriegelände
Am vergangenen Mittwoch erlebten wir Bazon Brock, Professor für Ästhetik an der Universität Wuppertal, Kunsttheoretiker und
Künstler, bei einem Gewaltmarsch durch das Brocksche Theoriegelände im Museum Ludwig. Das Theoriegelände konnte von uns wie ein Garten
begangenen werden. In diesem Garten gab es Bilder, Objekte und viele skurrile Dinge, welche die elf Themen des Theoriegeländes anschaulich
darstellten. Einige Schwerpunkt hob der sich permanent in Bewegung befindenden Künstler hervor: das Verhältnis von Zeitlichkeit und Ewigkeit,
das Gesetz des Kontrafaktischen, ausgedrückt in der Gegenüberstellung von Tod und Auferstehung und die Musealisierung als Zivilisationsstrategie.
Dabei bewies Brock, dass er es mit seinen 70 Jahren immer noch versteht in Aktion seine Theorien zu vermitteln. Er suchte uns – sein Kunstpublikum,
das leider im Sitzen nicht in aktive Bewegung geraten konnte – zu professionalisieren, damit wir den Alltag mit all seinen ästhetischen
Qualitäten neu sehen lernen. Von nun an rühren wir nicht mehr einfach nur in der Suppe, sondern sehen mit Hilfe des Siemens’schen Zauberstabes
in ihr die permanente Wandlung und gehen auch den Stuhlgang mit der notwendigen Gelassenheit an.
Schade war, dass an diesem Nachmittag der Assistent Brocks, Christian Bauer, nicht zu Wort gekommen ist, um uns aus seiner Perspektive das
erlebte Gesamtkunstwerk „Bazon Brock“ zu erläutern.
